Hunde und Treppen: Was ist wirklich gesund?

Welche Strukturen werden beim Treppenlaufen beansprucht:

  • Hintergliedmaßen: Hierbei sind insbesondere Knie- und Sprunggelenk (Tarsalgelenk) stark gefordert, da der Bewegungsumfang im Vergleich zum normalen Gehen deutlich größer ist. Das gilt sowohl für das Hinauf- als auch für das Hinuntersteigen der Stufe
  • Wirbelsäule/Rücken: Besonders das Springen bzw. das Springen von mehreren Stufen belastet die Wirbelsäule. Hunderassen mit langem Rücken und kurzen Beinen (z.B. Dackel, Basset) sind hier besonders gefährdet.
  • Vordergliedmaßen: Beim Hinuntergehen fangen vor allem die Vorderbeine das Gewicht ab. Das Abwärtslaufen erfordert viel Kontrolle und ist koordinativ anspruchsvoller für den Hund.
  • Gelenke allgemein: Die gesamte Gelenkstruktur (Schulter, Rücken, Hüfte, Ellbogen, Pfoten) wird natürlich beim Treppensteigen stärker als beim normalen Gehen beansprucht.

Treppenlaufen für Welpen und Junghunde

Für Welpen gilt: In den ersten sieben Lebensmonaten sollte regelmäßiges, häufiges Treppensteigen vermieden werden, um das noch „unfertige“ Skelett nicht zu überlasten. Ab und zu ein paar Stufen sind laut aktuellen tiermedizinischen Empfehlungen sogar sinnvoll, um die Gelenkentwicklung durch abwechslungsreiche Belastung zu fördern. Zudem ist es sinnvoll die jungen Hunde gezielt an das sichere und langsame Treppenlaufen heranzuführen, nicht nur um möglichen später auftretenden Ängsten vorzubeugen, sondern auch zur Stärkung von Koordination und Muskulatur.

Treppensteigen für erwachsene Hunde: Gesundes Mittelmaß

Bei gesunden, ausgewachsenen Hunden spricht nichts gegen das maßvolle Steigen von Treppen. Langsames, kontrolliertes Treppensteigen kann sogar das Training sinnvoll ergänzen und die Beweglichkeit fördern. Denn sowohl Knochen als auch die Gelenke selbst benötigen gezielte Belastung für den Erhalt ihrer Stabilität benötigen. Mehrfache Auf- und Abstiege in höhere Stockwerke täglich bedeuten allerdings eine erhebliche Mehrbelastung, besonders für große oder schwere Hunde.

Besondere Vorsicht: Risikogruppen

  • Hunde mit langem Rücken und kurzen Beinen (z. B. Dackel, Bassets) sind aufgrund erhöhter Bandscheiben- und Gelenkbelastung besonders anfällig für Schäden durch häufiges Treppensteigen.
  • Hunde mit bestehenden Gelenkproblemen, Arthrose, Rückenbeschwerden oder Übergewicht sollten nur noch eingeschränkt oder gar keine Treppen mehr laufen.
  • Ältere Hunde und Tiere mit Herz-Kreislauf-Schwächen haben durch das Treppenlaufen ein zusätzliches Risiko.

Tipps:

  • Maßvolles, sicheres Treppensteigen ist für gesunde, erwachsene Hunde in Ordnung.
  • Bei Welpen, Senioren und Hunderassen mit besonderen Risiken sollte Treppenlaufen stark eingeschränkt oder vermieden werden.
  • Rutschfeste Oberflächen sind für alle vorteilhaft.
  • Kleine Hunde zu tragen und täglich mehrfach und mehrere Stockwerke rauf und runter laufen oder rennen zu lassen, ist sinnvoll.
  • Eine stabile Rampe ist immer besser als eine Treppe