Warum gesunde Pfoten wichtig für Beweglichkeit und Gelenke sind
Die Pfoten eines Hundes leisten jeden Tag Schwerstarbeit. Sie tragen das gesamte Körpergewicht, sorgen für Halt auf unterschiedlichen Untergründen und beeinflussen Beweglichkeit, Stabilität und Körperhaltung des Hundes. Trotz dieser immens wichtigen Funktionen wird die Pflege der Pfoten oft unterschätzt.
Meistens wird den Pfoten erst dann mehr Aufmerksamkeit gewidmet, wenn Probleme sichtbar werden — zum Beispiel eingerissene Ballen, zu lange Krallen oder beim Laufen gezeigte Schmerzen. Dabei können bereits kleine Veränderungen an den Pfoten langfristig Auswirkungen auf Gelenke, Muskulatur und den gesamten Bewegungsapparat haben. Im Rahmen meines Praxisalltages sehe ich immer wieder, wie eng die Verbindung zwischen gesunden Pfoten und einer stabilen Bewegung ist.
Warum gesunde Pfoten für Hunde so wichtig sind
Die Pfoten sind die direkte Verbindung des Hundes zum Boden. Bei jedem Schritt wirken Kräfte auf Ballen, Zehen, Gelenke, Muskeln und die Wirbelsäule.
Gleichzeitig übernehmen die Pfoten wichtige Aufgaben:
- Gleichgewicht und Stabilität
- Stoßdämpfung beim Laufen
- sicheren Halt auf verschiedenen Untergründen
- Koordination und Körperwahrnehmung
- Kraftübertragung beim Springen und Rennen
Schon kleine Veränderungen können dazu führen, dass der Hund seine Bewegung unbewusst verändert und anpasst. Das passiert häufig schleichend und bleibt lange unbemerkt.
Typische erste Anzeichen können sein:
- vorsichtigeres Laufen
- häufiges Wegrutschen
- steifes Aufstehen
- veränderte Belastung im Stand
- weniger Schub aus der Hinterhand
- verspannte Rücken- oder Schultermuskulatur
Pfotenpflege beim Hund: Die Krallenlänge
Zu lange Krallen sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Zu lange Krallen beim Hund können die Bewegung verändern. Berühren die Krallen dauerhaft den Boden, verändert sich die Stellung der Zehen und damit die gesamte Belastung der Pfote. Der Hund kann nicht mehr sauber über die Ballen abrollen und belastet Gelenke und Muskulatur oft ungünstig. Das kann zu Fehlhaltungen und Verspannungen führen. Besonders bei älteren Hunden oder Hunden mit Arthrose ist eine regelmäßige Krallenkontrolle deshalb wichtig. Zudem begünstigen zu lange Krallen sogar die Entstehung von Zehengelenksarthrose. Und, was zwar seltsam klingt, aber der Realität entspricht: Je älter ein Hund wird, desto schneller wachsen seine Krallen. Daher sollte bei älteren Tieren zunehmend öfter die Krallenlänge kontrolliert werden.
Pfotenpflege beim Hund: Das Fell zwischen den Ballen
Viele Hunde rutschen auf Fliesen, Laminat oder Parkett häufiger weg, wenn sich zu viel Fell zwischen den Ballen befindet. Das Fell reduziert den direkten Kontakt zum Boden und damit den Halt. Besonders Senioren oder Hunde, die aufgrund von Erkrankungen mit einem Abbau der Muskulatur zu kämpfen haben, verlieren dadurch schneller an Stabilität. Die Folge: Der Hund bewegt sich vorsichtiger, spannt Muskulatur dauerhaft an oder vermeidet bestimmte Bewegungen. Fehlhaltungen und Verspannungen sind die Folge.
Pfotenpflege beim Hund: Pfoten im Alter
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper des Hundes. Die Muskulatur nimmt ab, die Reaktionsfähigkeit wird langsamer, die Gelenke werden empfindlicher. Dadurch kann der Körper kleine Unsicherheiten schlechter ausgleichen. Genau deshalb spielt die Pfotenpflege bei Senioren eine besonders große Rolle. Wenn ältere Hunde häufiger wegrutschen oder keinen sicheren Halt mehr finden, kostet sie das deutlich mehr Kraft. Das kann folgende Auswirkungen haben:
- Unsicherheit beim Aufstehen
- stärkerer Gelenkbelastung
- Muskelverspannungen
- eingeschränkter Beweglichkeit
- schnellerer Ermüdung
Eine gute Pfotenpflege unterstützt deshalb nicht nur die Pfotengesundheit, sondern auch Mobilität und Lebensqualität im Alter.
Pfotenpflege beim Hund: Was regelmäßig kontrolliert werden sollte
Ein kurzer Pfotencheck dauert nur wenige Minuten und kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Auf folgende Punkte sollte regelmäßig geachtet werden:
- die Länge der Krallen
- trockenes oder rissiges Ballengewebe
- Fremdkörper zwischen den Zehen
- Druckstellen oder Rötungen
- Fell zwischen den Ballen
- häufiges Pfotenlecken








Fazit:
Gesunde Pfoten unterstützen den gesamten Bewegungsapparat
Pfotenpflege beim Hund ist weit mehr als reine Hygiene. Gesunde Pfoten helfen deinem Hund dabei:
- sicher zu stehen
- stabil zu laufen
- Gelenke sinnvoll zu entlasten
- Bewegungen kontrolliert auszuführen
- Muskulatur gleichmäßig zu nutzen
Gerade bei älteren Hunden oder Hunden mit orthopädischen Problemen lohnt es sich, die Pfoten regelmäßig im Blick zu behalten. Denn oft beginnen Veränderungen im Bewegungsapparat im Kleinen und eben dort, wo viele Hundehalter vergessen hinschauen: an den Pfoten.
Fotos: www.magnific.com