Birkenzucker

Für Hunde keine köstliche Süße, sondern Gift

Zucker – immer wieder gerne ein Thema für lebhafte Diskussionen. Zu viel davon ist ungesund, zahnschädigend und überhaupt ist er zu kalorienreich. Aus diesem Grund wurden Zuckeraustauschstoffe entwickelt. Einer von ihnen trägt den schönen Namen „Birkenzucker“, weil er angeblich aus den Fasern der Birkenrinde gewonnen wird. Dass er allerdings überwiegend aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Maiskolbentrester, Stroh und aus Harthölzern unter Verwendung von Natronlauge bei 200 Grad Celsius gewonnen wird, wird in der Regel nicht erwähnt und soll an dieser Stelle auch nicht das Thema sein.

Kleine Dosis mit potenziell tödlicher Wirkung für den Hund

Während für uns Menschen Birkenzucker, auf Verpackungen von Nahrungsmitteln auch als Xylit, Xylitol oder E967 bezeichnet, absolut ungiftig ist, führt seine Aufnahme bei Hunden bereits etwa 10 bis 30 Minuten nach dem Verzehr zu einer übermäßigen Insulinausschüttung, was einen lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels zur Folge hat. Schon durch 0,1 Gramm Xylit pro Kilogramm Körpergewicht können Vergiftungserscheinungen bei Hund hervorrufen werden. Bei 3 bis 4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht ist eine potenziell tödliche Dosis erreicht.

In welchen Nahrungsmitteln ist denn Xylit überhaupt?

Birkenzucker ist für die Lebensmittelindustrie interessant, weil er 40 Prozent weniger Kalorien enthält als normaler Zucker. Daher wird er bei der Herstellung von zuckerfreien Produkten wie Bonbons, Kaugummis, Kuchen, Keksen und sogar Zahnpasta genutzt. Und natürlich kommt die weiße Streusüße auch in immer mehr Küchen beim Kochen und Backen zum Einsatz.

Zudem wird der menschliche Blutzuckerspiegel durch Xylit nicht beeinflusst, so dass der Birkenzucker oft auch in Produkten für Diabetiker enthalten ist.

Wer jetzt einwendet, dass es sich ja bei all diesen Verwendungsarten ausschließlich um die Herstellung von Nahrungsmittel für Menschen geht, der hat natürlich recht. Aber andererseits wissen wir Hundebesitzer doch alle auch, wie oft es geschieht, dass Hunde bei etwas zugreifen, das eigentlich nicht für sie gedacht ist, weil es eben rumsteht und verlockend riecht.

Mal kurz durchgerechnet

Nehmen wir mal die Zutaten für einen einfachen Kastenkuchen: Butter, Eier, Mehl und 220 g Birkenzucker. Ein ganz normaler Kuchen. Bei einem 20 kg schwerer Hund reicht schon ein halbes Scheibchen des Kuchens, denn ab 2 g Birkenzucker können Vergiftungserscheinungen auftreten. Bei einem 10-kg-Hund ist ein Gramm Birkenzucker ausreichend. Futtert der 10-Kilo-Hund ein Achtel des Kuchens ist die tödliche Dosis erreicht. Beim 20-Kilo-Hund ist ein knappes Drittel des Kuchens.

Oder schauen wir mal auf die zahnfreundlichen Kaugummis mit Xylit: Sie bestehen zu mehr als 60 Prozent aus dem Zuckeraustauschstoff. Da ist wirklich Vorsicht geboten!

Symptome einer Vergiftung mit Birkenzucker

• Koordinationsprobleme
• Apathie
• Schwäche
• Erbrechen
• Zittern
• Krämpfe
• Bewusstlosigkeit
• epilepsieähnliche Anfälle
• Gelbfärbung der Schleimhäute
• Leberversagen
• Tod

Was tun, wenn eine Vergiftung vorliegt?

Da gibt es nur eine Möglichkeit:
So rasch wie möglich, einen Tierarzt aufzuchen und möglichst folgende Informationen direkt durchgeben:

  • Wie viel hat der Hund ungefähr gefressen?
    (Hierfür entweder auf der Zutatenliste des Produktes nachschauen, wie viel Xylit im Produkt enthalten ist bzw. bei selbst erstellen Waren, die Angabe der hinzugefügten Xylitmenge)
  • Wann hat er das Xylit-haltige Nahrungsmittel gefressen?
  • Seit wann hat der Hund Symptome?
  • Wie schwer ist der Hund?