PRM & CRI

Motor und Taktgeber für den craniosacralen Rhythmus

Zwei Abkürzungen mit je drei Buchstaben, hinter denen sich eine Welt eröffnet, von der viele noch nichts gehört haben, obwohl sie Bestandteil unser aller Körper ist.

PRM steht für den Primären Respiratorischen Mechanismus und ist der Motor des craniosacralen Rhythmus (CRI; cranial rhytmic impulse). Beide Begriffe sind in der klassischen craniosacralen Osteopathie von zentraler Bedeutung. Der craniosacrale Rhythmus nicht nur am Schädel (cranium) und am Kreuzbein (sacrum), sondern am ganzen Körper spürbar und dabei gänzlich unabhängig von den bekannten rhythmischen Aktivitäten des Herzens und der Lunge.

Liquor als Medium

Der craniosacrale Rhythmus entsteht durch die Bewegung des Liquors, einer wasserklaren, protein- und zellarme Flüssigkeit, die von den vier im Gehirn vorhandenen Ventrikeln produziert wird und rein physiologisch als mechanischer, thermischer und chemischer Schutz für das Zentrale Nervensystem, also Gehirn und Rückenmark, dient. Von seinem Produktionsort aus gelangt der Liquor allerdings in rhythmischen Bewegungen, die sich wie Wellen anfühlen, vom Schädel über die Wirbelsäule bis zum Kreuzbein und wird auch über die Körperfaszien in den gesamten Körper übertragen. Der Rhythmus ausgehend von Schädel lässt sich gut mit dem Bild eines Steines, der ins Wasser geworfen wird, beschreiben. Ausgehend von der Stelle seines Auftreffens auf dem Wasser überträgt sich die Welle bis in eine größere Weite.

Rhythmus als diagnostische Einheit

Bei einer craniosacralen Behandlung spielt der craniosacrale Rhythmus, also der, in dem der Liquor schwingt, eine zentrale Rolle. In der Regel sind beim Hund acht bis zwölf Zyklen des An- und Abschwellens pro Minute zu erspüren. Als Therapeut spreche ich hier von Flexions- und Extensionsbewegungen. Allerdings lässt sich die Qualität des craniosacralen Rhythmus noch durch weitere Merkmale bestimmen. So beachte ich bei der Behandlung auch seine Frequenz, die Amplitude der Bewegungen und ihre Symmetrie.

Wenn etwas im Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist, kommt es zu Unregelmäßigkeiten in der Übertragung des craniosacralen Rhythmus. Diese weisen auf Blockaden in bestimmten Körperteilen oder Strukturen hin. Durch gezielte therapeutische Impulse kann ich dann dazu beitragen, diese Blockaden zu lösen, den craniosacralen Rhythmus zu normalisieren und dem Liquor auf diese Weise zu einem uneingeschränkten Fluss verhelfen.

Indikationen für eine craniosacrale Behandlung

  • Dysfunktionen von Wirbelsäule, Kreuzbein (Sacrum) und Becken
  • Schulter- und Hüftgelenkserkrankungen
  • Schmerzzuständen ausgelöst durch Blockaden oder Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • und viele mehr